Die Modebranche und der Treibhauseffekt

Die Modebranche verursachte im Jahr 2018 global rund 2,1 Milliarden Tonnen Treibhausgasemissionen. Das entspricht 4% der weltweiten Gesamtemissionen.

Dies entspricht den jährlichen Treibhausgasemissionen von Frankreich, Deutschland und dem Vereinigten Königreich zusammen.

70% der Emissionen der Modebranche stammten aus Aktivitäten wie Materialherstellung, Vorbereitungs- und Verarbeitungsprozessen. Die restlichen 30% traten im Zusammenhang mit Einzelhandelsgeschäften, Nutzungsphasen- und End-of-Use Aktivitäten auf. Wenn im nächsten Jahrzehnt keine weiteren Maßnahmen über das aktuelle Maß hinaus ergriffen werden, werden die Treibhausgasemissionen der Branche wahrscheinlich bis 2030 auf rund 2,7 Milliarden Tonnen pro Jahr steigen.

Das global definierte Ziel ist, die Erderwärmung unter 1,5 Grad zu halten. Unter den jetzigen Umständen wird die Modebranche diese Marke um 50% verpassen. Um auf dem 1,5-Grad-Weg zu bleiben, müssen Geschäftsmodelle grundlegend neu definiert und aktuelle Erfordernisse des Wirtschaftswachstums und des zunehmenden Konsums überdacht werden.

Die gute Nachricht für die Modebranche ist, dass viele der erforderlichen Maßnahmen zur Reduktion der Treibhausgasemissionen zu einem moderaten Preis durchgeführt werden können. 60% des Reduktionspotentials liegen in der Dekarbonisierung der Herstellungsprozesse; jeweils 20% der Treibhausgasemissionen können durch Aktivitäten der Labels und durch nachhaltiges Konsumentenverhalten reduziert werden. Die Herstellungsprozesse können beispielsweise durch verbesserten Materialmix, Upcycling und Nutzung von nachhaltigen Materialien optimiert werden. Zur Verbesserung der Vertriebsaktivitäten tragen die verstärkte Nutzung von nachhaltigem Transport, verbesserte Verpackung und dekarbonisierte Einzelhandelsgeschäfte bei. Dazu zählen die Reduzierung des Energieverbrauchs über Heizung, Lüftung und Klimageräte, Umstellung auf LED-Beleuchtung und ein Übergang zu 100% erneuerbar Energie im Einzelhandel, aber auch die Verringerung von Retouren. Ein Schlüsselhebel um Emissionen zu reduzieren könnte jedoch eine Reduktion der Überproduktion sein. 

Die Ermutigung der KonsumentInnen zu nachhaltigem Verhalten spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Zirkuläre Geschäftsmodelle, einschließlich Modeverleih, Re-Commerce und Reparatur, aber auch reduziertes Waschen und Trocknen tragen dazu bei.

Ich vertrete ja grundsätzlich die Meinung, dass jeder kleine Beitrag zählt und wir alle dabei mithelfen können die Treibhausgasemissionen zu reduzieren.